Erstellungsdatum: 09/2000 letzte Änderung: 13/02/2004



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"Hein der Lausbub" und Melly

... erklären die "Autogene Drainage"



Hallo Kid´s,

heute möchte ich Euch mal erklären, wie man den Schleim (der bei jedem Mukoviszidosekranken mehr oder weniger in der Lunge vorhanden ist) aus der kranken Lunge heraus bekommt. Dieser Bericht soll Euch lediglich einen Einblick in diese Therapieform geben. Um die "Autogene Drainage" zu erlernen, bedarf es unbedingt einer fachkundigen Anleitung. Die "Autogene Drainage" ist enorm wichtig, denn in dem zähen Schleim in Deiner Lunge fühlen sich "böse" Bakterien besonders wohl und vermehren sich hervorragend. Früher haben die Mütter oder die Väter mit einer Klopftherapie den Schleim in den Lungen der Kinder gelöst, damit die Kid´s den Schleim besser aus der Lunge abhusten konnten. Das war nicht ganz einfach. Meist wurden die kleinen Kinder auf den Bauch gelegt. Dann wurde mit der leicht gewölbten Hand der Rücken der Kinder vom Po aufwärtssteigend zum Hals hin abgeklopft. Dadurch löste sich der Schleim und die Kid´s konnten ihn ausspucken. Sie bekamen dann besser Luft und die Bakterien konnten sich nicht mehr so gut vermehren.



Hein der Lausbub wird von Melly abgeklopft...

Melly und ich erklären Euch nun, wie das heute gemacht wird. Es wird heute fast nicht mehr abgeklopft, denn es gibt eine viel bessere Methode. Wir erklären Euch heute die "Autogene Drainage". Das ist eine ganz tolle Methode, den Schleim mit Hilfe der Atemluft aus der Lunge heraus zu transportieren. Durch viel Übung könnt auch Ihr das lernen. Melly ist 15 Jahre alt und hat diese Methode bestens erlernt. Übrigens, meine Freundin Melly hat genauso Mukoviszidose wie Ihr auch. Auch sie muss den "bösen" Schleim aus der Lunge heraus bekommen. Wenn sie das nicht machen würde, dann hätte sie viel öfter Infektionen in der Lunge. Jede Infektion schädigt das Lungengewebe unnötig. Da unsere Lungen durch die Krankheit mit der Zeit geschädigt werden, müssen wir dafür sorgen, dass wir mit unserer Lunge sorgfältig umgehen. Die Lunge muss also möglichst immer "sauber" sein. Das heißt: "Je weniger Schleim in der Lunge, desto besser geht es Euch !"

Nun ist aber Melly dran, Euch diese Methode zu erklären:

Hallo Kid´s,
ich möchte mich Euch erst mal vorstellen. Ich bin die Melly und ich bin 15 Jahre alt. Nun werde ich Euch erklären, wie ich mit Hilfe der "Autogenen Drainage" den Schleim aus meiner Lunge bekomme. Zuerst muss ich ein Medikament nehmen. Es heißt "Fluimucil". Das sind Brausetabletten mit Zitronengeschmack. Dieses gut schmeckende Medikament verflüssigt meinen zähen Schleim.



Hier seht Ihr ein Glas mit einer sprudelnden Fluimucil Brausetablette...

Jeder CF`ler nimmt da verschiedene Medikamente, z. B. auch zur Erweiterung der Bronchien. Danach muss ich inhalieren. Ich mache das 3 mal am Tag: morgens, mittags und abends !


Melly und Hein der Lausbub bei der Inhalation des Medikamentes...

Wenn ich fertig inhaliert habe, muss ich Gymnastik machen. Dazu gehören auch einige Mobilisations- und Dehnübungen des Oberkörpers.



Melly und Hein der Lausbub bei einer dieser Übungen...

Das ist sehr wichtig! Der Oberkörper muss elastisch bleiben, damit die Lunge nicht eingeengt ist und ich besser und leichter atmen kann. Dazu gehört auch das Seil- oder Trampolinspringen. Dadurch wird mein Schleim "losgeschüttelt".



Melly beim Seilspringen...



Hein der Lausbub und Melly auf dem Trampolin...

Wenn der Schleim locker genug ist, kann ich mit der "Autogenen Drainage" anfangen. Das ist eine bestimmte Atemtechnik, wobei der Schleim in meiner Lunge mit Hilfe der auszuatmenden Luft immer höher gedrückt wird, bis ich ihn schließlich ausspucken kann. Wenn der Schleim tief in meiner Lunge festsitzt, muss ich ganz tief Luft holen, ca. 5 Sekunden warten und die ganze Luft so weit wie ich kann wieder ausatmen. Der Schleim kommt dann mit Hilfe der auszuatmenden Luft immer höher. Wenn der Schleim dann höher kriecht, muss ich nur wenig Luft einatmen und dann tief ausatmen. Welche der beiden Techniken ich nun anwende, hängt davon ab, wo sich wie eben beschrieben der Schleim in meiner Lunge befindet. Das merke ich dann an Pfeiftönen beim Ein- oder Ausatmen. Wenn ich lange genug nach dieser Technik geatmet habe, wird mein Schleim langsam so hoch geschoben, dass ich ihn durch Husten ausspucken kann.



Melly bei der Autogenen Drainage...

Alle paar Monate muss ich den Schleim in die CF-Ambulanz der Universität Düsseldorf zur Untersuchung bringen. Dabei kann festgestellt werden, ob in meinem Schleim "böse" Keime sind. Wenn dies der Fall ist, können diese Keime durch Medikamente behandelt werden. Ich muss dann Antibiotika inhalieren oder in Form von Tabletten einnehmen. Es kann auch sein, dass man eine i.v. Therapie zu Hause oder im Krankenhaus machen muss. Die i.v. Therapie hat Hein der Lausbub ja schon auf einer Seite erklärt. Im Anschluss wird mein Sputum dann noch mal untersucht, ob die Keime noch in meiner Lunge sind. Sollten noch Keime nachweisbar sein, so muss die Therapie verlängert werden.

Liebe Kid´s, tut Euch selbst einen grossen Gefallen. Die Lunge sollte immer vom Sputum befreit werden, denn im Sputum vermehren sich die Bakterien am schnellsten. Wenn Eure Lunge "sauber" ist, haben die Bakterien kein Sputum, und damit kaum eine Chance sich rasant zu vermehren. Eine saubere Lunge lässt Euch dann auch leichter und besser atmen. Übrigens, in den CF-Ambulanzen gibt es Physiotherapeuten, die Euch die "Autogene Drainage" beibringen. In vielen Mukoviszidose Kurkliniken werden die Patienten ebenfalls mit der "Autogenen Drainage" vertraut gemacht. Dort wird den Patienten dann ganz intensiv gezeigt, wie dies alles funktioniert.

Das war´s von "Hein der Lausbub", Melly und Udo tschüsssssssss......

Ohhhhhhh ich hab noch was vergessen......als wir alle Fotos in der Digitalkamera hatten, habe ich in Melly´s Garten noch was ganz tolles gefunden. Schaut Euch mal meinen neuen Lieblingsplatz an.........super tollllllllllll !!!