"Hein der Lausbub" erklärt Euch die i.v. Therapie mit dem Baxter-System
Hallo Kids,
ich habe Euch ja schon bei der normalen i.v. Therapie erklärt,
dass mein Chef, wie viele andere Mukoviszidose Patienten, Schwierigkeiten
mit Problemkeimen (Pseudomonas, Xantomonas Maltophilia u.s.w.) hatte. Diese
"leben" ja in seiner Lunge und vermehren sich von Zeit zu Zeit so doll,
dass er sie mit starken Antibiotika behandeln mußte. Er machte mindestens
alle 3 Monate eine i.v. Therapie. Nun war es wieder soweit, und dem
Udo ging es wieder ziemlich mies. Bisher hatte Udo immer das Medikament
Fortum gespritzt. Das habe ich Euch ja bereits erklärt, und ich zeigte
Euch ja auch schon, wie wir das Medikament angemischt, abgefüllt und
gespritzt haben. Nun, diesmal war alles etwas anders. Der Doc von Udo hatte
diesmal ein neues Medikament, besser gesagt 2 Medikamente verordnet, die
nacheinander als Infusion in Udos Vene laufen mussten. 14 Tage
dauert diese i.v. Therapie mit den Medikamenten Meropenem und Tobramycin.
Diese Infusionsflaschen (es sind 4 Flaschen pro Tag) brauchten Udo und ich
aber nicht mehr selber anmischen. Udo hatte von seinem Doc eine Verordnung
bekommen. Damit war er in die Düsseldorfer Südapotheke gegangen.
Die Leute dort waren darauf spezialisiert, und sie mischten die Medikamente
in einem sterilen Raum an. Sie lieferten die Flaschen 2 mal in der Woche
dem Patienten nach Hause. Auf dem Foto seht Ihr mich mit einer lichtgeschützen
Kunststofftasche. Darin waren genau die Flaschen, die Udo an einem Tag brauchte.

Ich hatte dann auch gleich mal eine Tüte ausgepackt, damit Ihr
die neuen Infusionsflaschen seht. Diese Flaschen haben ein ganz raffiniertes Ballonsystem,
und dadurch braucht der Patient gar nichts mehr einstellen. Die Flaschen entleeren sich vollautomatisch
in der richtigen Geschwindigkeit, und der Patient bekommt so das Mittel in die Vene gespritzt.
Aber das zeigen wir Euch gleich noch ganz genau und in Grossaufnahme. Hier erst mal das
Foto, das ich gemacht habe, nachdem ich eine Tüte ausgepackt habe.

So liebe Kids, nun zeige ich Euch erstmal so eine Flasche in Grossaufnahme.
Ihr seht in dieser Flasche einen Ballon. Dieser Ballon wurde von dem Apotheker der Südapotheke
mit dem Medikament befüllt. Das macht er in einem Reinraum. Da ist alles ganz pikobello sauber,
und da gibt es keine Keime. Bei der Befüllung entsteht in der Flasche natürlich ein Überdruck.
An der Flasche ist auch ein Infusionsschlauch mit einem Anschluss, der auf einen Venenzugang (Braunüle)
oder auf Udos Butterflys passt.
Das Anschliessen werden wir Euch aber auch noch erklären und an
Fotos zeigen.

So, nun hatte mir der Udo aber erst mal die Flaschen für einen Tag auf den
Arm gepackt. Zwei davon habe ich in die Tüte zurückgepackt, um sie dann schnell wieder
in den Kühlschrank zu bringen. Die beiden anderen Flaschen hatte ich dem Udo ins Wohnzimmer gebracht,
damit er sich direkt an die Flasche anschliessen konnte. Er sollte doch schnell wieder auf die Beine kommen.
Udo wartete schon auf mich.......hier seht Ihr mich aber erst noch schwer bepackt !
Also, das Wichtigste ist zuerst, dass der Infusions-Schlauch mit dem Medikament
vollläuft. Wichtig ! Dadurch geht die Luft aus dem Schlauch. Denn wenn dem Patienten Luft in die
Vene gespritzt wird, so kann das gefährlich werden. Hierzu hatte Udo den kleinen Schieber geöffnet.
Das Medikament lief sofort aus der Flasche in den Schlauch, bis er ganz voll war. Dann hatte Udo den
Abstellschieber ganz schnell wieder geschlossen. Auf dem linken Foto seht Ihr die Flasche mit dem Schlauch und
dem Abstellschieber. In der Mitte öffnete Udo den Schieber, und das Medikament lieft ein. Auf
dem rechten Foto ist der Schlauch bereits voll Antibiotika und luftleer.
Die Vorbereitungen waren getroffen, und der Udo mußte nun den kleinen Butterfly in die Vene
stechen. Das sieht schlimmer aus als es ist und tut kaum weh. Bei Euch macht das natürlich der Doktor,
und die machen das meist ganz toll und schnell. Ich hatte Udos Arm festgehalten und ihn getröstet.
Aber er konnte das eigentlich sehr sicher und schnell. Da sah man überhaupt kein Blut. Er hatte
viel Übung. Er hatte mit Prof. Dr. med Leschke ja auch einen guten Lehrmeister in der Düsseldorfer Uni.

Am Butterfly ist ja ein kleiner Kunststoffschlauch. Am Ende des Schlauches ist ein
Anschlußstück, dass genau auf das Anschlußstück des Infusionsschlauches passt,
der an der Infusionsflasche angeschlossen ist. Udo hatte die beiden Anschlüsse schnell und sicher
zusammengeschraubt. Auch das macht normalerweise ein Arzt oder eine Schwester bei Euch. Ihr braucht also
keine Angst zu haben, denn das tut auch nicht weh. Hier hielt Udo die verbundenen Anschlüsse in der
Hand. Im Hintergrund seht Ihr die angeschlossene i.v. Flasche liegend auf dem Tisch.
Udo hatte nun schon den Schieber geöffnet, und das Medikament lief
aus der Flasche, durch die Schläuche und durch den Butterfly in die Armvene. Nun konnte das Medikament
wirken, damit der Udo wieder fit wurde. Hier auf dem nächsten Foto seht Ihr, wie ich ganz genau aufpaßte,
dass der Udo keine Fehler machte und auch nicht einschlief. Notfalls erzählte ich ihm immer Märchen,
dann blieb er auch wach.
Nun hat Euch mein Chef der Udo noch ganz schnell eine Trickgrafik gebaut. Dadurch
könnt Ihr sehen, wie sich der Ballon von alleine entleert. Ich hoffe, Ihr könnt das gut erkennen.
Alles in allem ist das Baxtersystem sehr sicher und ganz toll für den Patienten. Er hatte viel weniger
Arbeit und konnte sich ganz darauf konzentrieren, dass alles einwandfrei lief. Beim Düsseldorfer
Team der Südapotheke möchte ich mich ganz lieb für den tollen Service bedanken.
Ganz zum Schluss noch einmal ein Foto der leeren Flaschen. Übrigens läuft die kleine
Flasche ca. 40 Minuten und die große Flasche ca. 1 Stunde und 20 Minuten in die Vene. Man ist immer froh
wenn die Flaschen leer sind. Also bleibt ziemlich gesund und immer schön Therapie machen ;o)
.......tschüüüüüüüüüssssssssss !
...ach wenn Ihr mal was erklärt haben wollt, dann fragt mich doch
einfach mal. Vielleicht mache ich Euch dann die nächste Seite hier im Mukoland !
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