Erstellungsdatum: 08/02/2002 letzte Änderung: 13/02/2004



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Hein erklärt die Thorax-Bindegewebemassage


Liebe Mukoland-Kid´s !

Bestimmt macht Ihr auch schon Übungen in einer Krankengymnastik-Praxis. Da lernt man zur Mobilisation des Oberkörpers bestimmte Übungen. In Eurem Brustkorb gibt es viele Muskeln. Mit Hilfe dieser Muskelgruppen und mit Hilfe Eures Zwerchfells im Bauchraum atmet Eure Lunge. Beim Einatmen dehnen sich die Muskeln und das Zwergfell, und beim Ausatmen ziehen sie sich zusammen und drücken die Luft aus den Lungen heraus. Leider atmet man im Laufe der Jahre immer flacher. Flacher heisst weniger. Bei uns Mukoviszidosepatienten arbeitet die kranke Lunge nicht mehr richtig. Dadurch passt nicht mehr soviel Luft hinein und unser Blut wird schlechter mit Sauerstoff versorgt. Mit der Zeit bildet sich dadurch die Muskulatur zurück. Euch fehlt dann regelrecht die Kraft zum atmen. Ausserdem ist durch den andauernden Husten die Atemhilfsmuskulatur total verkrampft. Aus diesem Grunde macht Eure Krankengymnastin oder Euer Krankengymnast mit Euch die ganz wichtigen "Mobilisations-Übungen". Melly und ich haben Euch ja einen kleinen Einblick auf unserer Seite "Melly und Hein erklären die autogene Drainage" gegeben. Als Udo mal vor Jahren auf Amrum in einer Mukoviszidoseklinik war, lernte er die Wirkung der Thorax-Bindegewebemassage kennen. Thorax ist der Oberkörper. Und das Bindegewebe liegt unter der Haut. Dieses Bindegewebe ist oft mit der Ober- und Unterhaut verklebt. Dadurch ist der Brustkorb nicht mehr so beweglich und kann sich beim Einatmen nicht mehr so ausdehnen. Mein Chef der Udo geht seit seinem Aufenthalt in der Klinik 2 mal in der Woche zu einer Massagepraxis. Dort bekommt er seine Thorax- Bindegewebemassage. Die tut ihm immer sehr gut. Ich habe ihn heute begleitet und werde Euch nun genau erzählen, was da gemacht wird.




Auf dem Foto oben seht Ihr, wie Udo mit mir in die Praxis geht. Er hat dort Dienstags und Freitags immer einen festen Termin. Punkt 8.00 Uhr morgens ist es soweit.




Zuerst unterschreibt Udo auf seiner Heilmittelverordung (das ist sowas wie ein Rezept), dass er heute seine Behandlung bekommt. Diese Verordnung gilt immer für 10 Massagen. Ihr seht mich hier bei Frau Augspurger sitzen, die den ganzen Bürokram in der Massagepraxis für ihren Mann abwickelt.




Nun ist Udo obenrum schon ausgezogen und liegt auf der Massagebank. Der Masseur Peter Augspurger ist auch gerade gekommen. Man, hat der Muskeln. Die habe ich erst mal getestet, und ich habe mich an seinen Arm gehängt. So, nun geht es aber richtig los. Zuerst nimmt sich der Peter etwas Massagesalbe auf die Fingerspitzen. Diese verteilt er dann auf die zu massierenden Stellen. Dadurch rutschen die Finger besser über die Haut.




Es gibt da ganz bestimmte Linien und Stellen, die der Peter bearbeiten muss. Er fängt auf dem Rücken an. Dazu musste sich der Udo auf den Bauch legen. Der Peter zieht die Haut als Rolle vom Körper ab. Diese "Rolle" bewegt er zwischen seinen Fingern zu den Seiten hin. Dadurch wird das verklebte Bindegewebe gelöst und gelockert. Das Bindegewebe liegt unter der sichtbaren Haut. Es verklebt beim Mukoviszidose-Patienten sehr schnell mit der Ober- und Unterhaut. Dadurch ist der Thorax (Oberkörper) nicht mehr so beweglich beim Atmen. Durch die Massage wird das verklebte Bindegewebe am ganzen Oberkörper gelöst, und der Patient kann merklich leichter Einatmen.




Anschliessend massiert der Peter die Intercostallinien mit den Fingerspitzen. Das sind die Rillen zwischen den Rippen. Die Fachleute sagen: "Die Intercostallinien werden ausgezogen." Dadurch wird auch das Bindegewebe besser durchblutet und die Atemreflexzonen wieder aktiviert, Der Peter macht das mit viel Kraft. Das ist manchmal auch ein bisschen unangenehm. Aber hinterher fühlt sich der Udo sehr wohl.




Zuerst wird diese Massage auf dem Rücken gemacht. Das dauert so 10 Minuten. Dann muss sich der Udo umdrehen und die Brustseite wird von Peter massiert. Auch die Brustseite wird ca. 10 Minuten "bearbeitet".




Die Bindegewebs-Massagen entkrampfen auch die verspannte Atemhilfsmuskulatur, die sich im Oberkörper befindet. Die Muskeln sind auch durch das viele Husten verkrampft und dadurch nicht so beweglich.




Zum Schluss durfte auch ich den Udo mal unter Peter´s Anleitung massieren. Puhhhhh, dass ist ganz schön anstrengend. Nun ist mir auch klar, warum der Peter bei der Arbeit so ans Schwitzen kam. Zum Schluss möchte ich mich noch bei Peter Augspurger und seiner Frau bedanken, dass sie mir bei diesem Bericht geholfen haben und ich mit Anne die Foto´s machen durfte.

Schüssssssssssssss, und bis bald mal wieder
Euer "Hein der Lausbub"