Erstellungsdatum: 18/03/2002 letzte Änderung: 25/03/2002



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Hein erklärt den Druck einer Klopfzeichenausgabe

Zu Gast in der Druckerei Voigt & Harbaum in Bielefeld,
beim Satz- u. Layoutbetrieb Stiewe & Lieber in Löhne
sowie bei der Druckerei Lange

Liebe Mukoland-Kid´s !


Heute werde ich Euch mal etwas ganz Anderes erklären. Es hängt zwar mit Mukoviszidose zusammen, aber es wird diesmal keine Untersuchung erklärt. Eure Eltern lesen doch bestimmt auch Zeitungen. Es gibt Tageszeitungen, Zeitungen die wöchentlich erscheinen, Zeitungen die monatlich erscheinen, Zeitungen die nur über Sport berichten und es gibt Zeitungen zum Beispiel nur mit Kochrezepten. Dann gibt es aber auch noch Fachzeitschriften. Das sind Zeitungen, die sich nur mit einem speziellen Thema befassen. Die Zeitschrift "Klopfzeichen" ist so eine Fachzeitschrift. Ihr Inhalt befasst sich nur mit dem Thema Mukoviszidose. Hier gibt es Berichte, Leserbriefe, neue Forschungsprojekte und vieles mehr. Natürlich gibt es auch Werbung in dieser Zeitung. Werbung ist gerade bei der Zeitschrift "Klopfzeichen" sehr wichtig. Die Firmen müssen ja für die Anzeigen Geld bezahlen, und damit wird der Druck der Zeitung teilweise finanziert. Einer der Macher dieser Zeitung ist Thomas Malenke vom Bundesverband Selbsthilfe. Er koordiniert alle Arbeiten vom 1. Satz über den Druck bis zum Versand. Er und ca. 30 Ehrenamtliche schreiben die Berichte für das Klopfzeichen. Die Zeitung ist sehr interessant. Udo und ich lesen sie auch immer gemeinsam. Mittlerweile gibt es ja schon eine "Hein der Lausbub Seite" im Klopfzeichen. Da beantworte ich Euch ja immer die Fragen. Ich bekam von Herrn Voigt & Herrn Harbaum, das sind die beiden Inhaber der Druckerei, eine Einladung, um nach Bielefeld zu kommen. Dort konnte ich mir alle Arbeitsschritte ansehen und viele Fragen stellen. Udo kann ja nicht so lange von zu Hause weg, und deshalb wurde ich bereits am Montag vom Sohn des Herrn Harbaum in Wuppertal mit dem Auto abgeholt. Dirk Harbaum hatte es ziemlich eilig, denn er konnte jeden Moment Vater werden. Einen Tag später wurde er auch stolzer Papa eines Sohnes. Hier noch einmal meinen herzlichen Glückwunsch an die "frisch gebackenen" Eltern.



Das war das erste Mal, daß ich ganz alleine von zu Hause wegfahre, um einen Bericht für´s Mukoland und für das Klopfzeichen zu machen. Aber nun der Reihe nach. Zuerst ein paar kurze Erklärungen zur Zeitung selber. Das Klopfzeichen gibt es schon seit mehreren Jahren. Seit dem Jahr 2000 wird es in Bielefeld gefertigt. Die Muko-Zeitung erscheint in einer Auflage von 15.000 Stück. Sie wird alle 3 Monate gedruckt und in die "weite Welt" verschickt. Wenn es viel zu berichten gibt, kann auch schon mal eine 5. Ausgabe im Jahr erscheinen. Die Berichte werden von ca. 30 Mitarbeitern und dem Thomas geschrieben. Vom ersten Satz bis zur fertigen Zeitung vergehen ca. 4-6 Wochen Arbeitszeit. Thomas hatte noch nie Mühe, daß er zu wenige Artikel für eine Ausgabe zusammen bekam. Diese Arbeit macht Thomas sehr viel Freude, und ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Er muß auch immer sehr viele Anfragen und Leserbriefe beantworten. Ca. 2 Monate braucht er "Vorlaufzeit" für eine Ausgabe. Er arbeitet also ca. 2 Monate an einer Zeitung. So, nun muß es aber richtig losgehen. Also zuerst bekommt die Druckerei den schriftlichen Auftrag für eine Ausgabe. Dieser Auftrag wird hier gerade von Frau Holtkamp am Computer erfaßt. Es muß dann der Preis kalkuliert werden. Das heißt, es wird der Preis für die neue Ausgabe errechnet.



Thomas hat mit seinen Helfern im Vorfeld ja alle Artikel geschrieben und zu Papier gebracht. Das ist viel Arbeit und es fallen viele Vorentwürfe an. Diese muß Thomas Malenke dann in seinem letzten Arbeitsschritt am Arbeitstisch sortieren, bevor im Satz- und Layoutbetrieb die Seiten der Zeitung fertig am Computer entworfen werden. Hier seht ihr Thomas und mich bei der Sortierung der Artikelentwürfe.



Die Druckerei Voigt und Harbaum arbeitet mit einem sehr modernen Unternehmen zusammen. Es ist der Satz- & Layoutbetrieb Stiewe & Lieber in Löhne. Da sind wir dann hingefahren. Hier werden die Seiten "montiert". Das heißt, daß hier aus den ganzen Zetteln, Artikeln, Fotos und Anzeigen die fertigen Seiten grafisch aufbereitet werden. Es gibt hier einen absoluten Spezialisten für diese knifflige Aufgabe. Das ist Andreas Meyer. Er sitzt in einem großen Raum mit 3 weiteren Mitarbeitern. Hier gibt es viele Computer, Scanner, Drucker und vorallem grosse grafiktaugliche Monitore. Der Andreas muß nun die ganzen Texte auf die Seiten stellen. Das muß er so machen, daß auch die Fotos genau dazwischen passen. Es soll ja auch alles gut aussehen. Für diese Aufgabe braucht man sehr viel Geschick. Es dürfen auch keine Fehler in den Texten vorkommen. Andreas Meyer muß also ganz doll aufpassen. Ich durfte ihm hierbei zusehen. Das hat richtig Spaß gemacht. Hier entwerfen wir gerade die Titelseite der neuen Klopfzeichen Ausgabe.



Es kommen ja nicht nur Schriften auf die Zeitungsseiten. Nein, hier werden ja auch viele Fotos veröffentlicht. Die müssen ja auch erst vom Papierfoto eingescannt werden. So wird aus dem Papierfoto eine Datei. Andreas kann diese Dateien dann auch in die Seiten einbauen. Hier seht Ihr einen solchen großen und auch sehr teuren Scanner.



Ist die Druckseite dann im Entwurf fertig, kann man sie in Farbe auf dem Bildschirm sehen und auch kontrollieren. Über eine Datenleitung werden die Seitenentwürfe dann an eine Maschine weitergeleitet, die hiervon einen Film produziert. Das ist eine durchsichtige Kunststofffolie, auf der die ganze Seite wie ein Druck zu sehen ist. Auch diese Maschine, in der die Folien entwickelt werden, habe ich mir genau angesehen.



Auf diese Art und Weise werden alle Seiten einer Klopfzeichenausgabe am Satzcomputer erstellt. Bohhhhhhh ich sage Euch, daß ist viiiiiiiiel Arbeit. Der Herr Lieber hat mir auch verraten, daß alleine die Grundausstattung der ganzen Computer in seiner Firma ca. 250.000,00 Euro gekostet hat. Das ist sehr viel Geld ! Zum Abschluß dieses Arbeitsganges haben wir uns noch alle mal für ein Foto aufgestellt. Links ist der Thomas Malenke, rechts daneben mein neuer Freund Andreas Meyer, dann kommt Herr Harbaum und im Anschluß der Herr Siegfried Lieber, in dessen Firma wir gerade zu Gast sein durften.



So liebe Kinder, nun mußten die ganzen Folien in die Druckerei geschafft werden. Hier werden sie nun weiter verarbeitet, und so langsam entstehen die einzelnen Zeitungsseiten. Das Klopfzeichen wird in der Druckerei Voigt & Harbaum in Bielefeld Sennestadt und bei dem Partnerunternehmen Lange Druck hergestellt. Bei Harbaum wird auf einer Heidelberger Offsetmaschine gedruckt und die Firma Lange hat eine Speedmaster Offsetmaschine. Die Maschinen kosten 250.000 und 700.000 Euro. Bohhhhhhh Kid´s, da kann man ja 2-3 Häuser für bauen. Aber bevor die Seiten gedruckt werden, müssen zuerst die Druckplatten erstellt werden. Herr Harbaum prüft hier gerade die Qualität der Filme auf dem Leuchttisch mit einer Lupe. Es muß alles ganz genau aufeinander passen.



Nun werden die Druckplatten erstellt. In einem großen Belichtungsautomaten wird auf eine fotoempfindliche Druckplatte ein Film aufgelegt und belichtet. Das ist ungefähr so wie im Fotolabor. Uhhhhhhh, da ist ganz blaues Licht drinn. Das dauert ca. 10-20 Sekunden pro Zeitungsseite.



Direkt danach durchläuft die belichtete Druckplatte den Entwicklungsautomaten. Das ist auch eine sehr große und sehr teure Maschine. Der Film wird auch nicht weggeschmissen, denn die Platte könnte ja mal kaputtgehen. Mit dem Film kann man dann jederzeit wieder eine neue Platte erstellen. Hier liege ich auf der Maschine und schaue zu, wie die fertige Druckplatte herausläuft.



So Kid´s, nun kann eigentlich der Druck beginnen, aber wer arbeitet muß auch essen. Da in der Firma Voigt & Harbaum die beiden Chef´s noch richtig mitarbeiten, hat sich Herr Harbaum eine kurze Pause und einen kleinen Snack verdient. Mahlzeit ...



Nach der Mittagspause ging es wieder an die Arbeit. Für eine Klopfzeichenausgabe werden in den beiden Druckhäusern ca. 80.000 Bogen Druckpapier verbraucht. Außerdem werden dabei ca. 12-15 Kilogramm Druckfarbe durch die Druckmaschinen auf die Blätter fließen. Das ist nicht gerade wenig. Also haben mich der Udo und die Anne, die dann auch für einen Tag dabei waren, noch schnell im Papierlager und im Farbenlager fotografiert.



Nun kann der Druckvorgang aber beginnen. Die Druckplatten sind in der Maschine eingebaut. Eine große Offsetmaschine besteht aus 4 zusammenhängenden Druckmaschinen. In jeder Druckmaschine wird eine Farbe gedruckt. Das heißt, daß mit der ersten Druckplatte schwarz, mit der 2. Druckplatte rot, mit der 3. Druckplatte blau und mit der 4. und letzten Druckplatte gelb gedruckt wird. Es werden also 4 Farben auf einen Bogen übereinander gedruckt. Das geht blitzschnell und ist ganz schön laut. Es riecht auch richtig doll nach Druckerfarbe. Auf dem ersten Bild seht Ihr mich, wie ich den ersten Druckvorgang starte. Ich ziehe gerade an dem Starthebel, damit die weißen Blätter in die Maschine gezogen und bedruckt werden können. Auf dem 2. Bild rechts sitze ich inmitten der Druckstraße.



Damit Ihr seht, daß es auch wirklich 4 Maschinen in einer sind, habe ich Euch die Maschine nochmal extra in voller Größe fotografiert. Die sind ganz schön riesig!



Die Drucker müssen sehr aufpassen, daß von den Farben nicht zu viel oder auch nicht zu wenig auf das Papier kommt. Wenn die Einstellungen falsch sind, dann stimmen hinterher die Farben der Fotos und der Werbeanzeigen nicht mehr. Die Mischung muß also ganz genau passen. Wenn erst blau gedruckt wird und im Anschluß darüber gelb gedruckt wird, dann wird an den Stellen wo gelb auf blau kommt automatisch die Farbe grün. Die Farben mischen sich. Das könnt Ihr mal mit Eurem Farbkasten zu Hause ausprobieren. Wenn zuviel oder zuwenig einer der beiden Farben auf´s Papier kommt, dann hat das "grün" nicht mehr den richtigen Farbton. Die Mischung wird an einem Pult eingestellt. Hier seht Ihr den Drucker, der am Pult die Farben überwacht. Ich habe oben auf der Maschine gesessen und auf die gelbe Farbe aufgepaßt.



Zwischendurch ist es besonders wichtig, daß man sich immer wieder eine gedruckte Seite genau ansieht und auf Farbfehler achtet. Herr Voigt (übrigens der Gründer des Unternehmens) geht auch zum Fenster, um sich die Seite im Tageslicht anzusehen. Auf dem ersten Foto nimmt Herr Voigt gerade ein frisches Blatt aus der Druckmaschine. Auf dem 2. Foto schaut er sich die entnommene Seite genau an. So kontrolliert Herr Voigt immer wieder den Druckvorgang.



Ja, tausende von Seiten werden hier in Höchstgeschwindigkeit gedruckt. Die einzelnen Seiten werden dann aufgestapelt bevor sie weiterverarbeitet werden. Man glaubt gar nicht, wieviele Berge Papier dabei in der Druckerei rumstehen, um anschließend automatisch gefaltet, zusammengelegt und geheftet zu werden. Diese Arbeitsschritte werde ich Euch gleich erklären, aber zuerst ruhe ich mich auf so einem Stapel für 1-2 Minütchen aus.



Auf geht´s Kid´s zum Endspurt. Die fertigen Seiten sind ja Doppelseiten und müssen nun, bevor sie zur fertigen Zeitung geheftet werden können, erst einmal gefaltet werden. Dieser Arbeitsgang geschieht in der Falzmaschine. Dabei habe ich natürlich auch zugesehen und ich werde Euch auch davon die Bilder zeigen. Auf dem ersten Foto sitze ich vor der Falzmaschine. Dort werden die Doppelseiten eingezogen und an der dicken Walze auf dem 2. Foto in der Mitte gefalzt und zusammengefaltet. Nach dem Arbeitsgang habe ich mir erst mal einen kräftigen Schluck Wasser aus der Flasche gegönnt.



Nun geht es aber richtig los liebe Kinder, denn eine noch größere Maschine sortiert die Seiten der Reihe nach und führt die Seite dem Heftautomaten zu, der die Klopfzeichen Zeitung dann an drei Stellen zusammen heftet. So kann die Zeitung dann nicht mehr auseinanderfallen. Hier muß darauf geachtet werden, daß auch wirklich nach der Seite 3 die Seite 4 kommt oder nach der Seite 34 die Seite 35 folgt. Auf den nächsten Fotos fahren die Seiten zusammen zur fertigen Klopfzeichen Ausgabe.



Nun kommen die fertig zusammengelegten Seiten an den eben schon beschriebenen Heftautomaten. Das geht alles rasend schnell. Es macht richtig Spaß, zuzusehen. Unten fallen die fast fertigen Klopfzeichen raus und können nun bald auf die weite Reise gehen, um von Euch oder Euren Eltern gelesen zu werden.



Vorher gibt es aber noch einen wichtige Arbeitsschritt. Die Zeitungen müssen noch an den drei äußeren Seiten, an denen sie nicht geheftet sind, sauber geschnitten werden. In der Firma Voigt & Harbaum steht eine kleinere Maschine, und in der Druckerei Lange eine größere Maschine. Bei beiden Stapelschneidern kommt von oben ein Messer mit einem Druck von mehreren Tonnen und schneidet die Kanten gerade und ganz sauber ab. Das war dann aber der letzte Arbeitsgang und alle sind froh, daß es wieder reibungslos funktioniert hat. Na, das ist doch klar, denn die Klopfzeichenausgabe wird doch bei Profis entworfen und gedruckt.



So, zum guten Schluß möchte ich mich bei allen Firmen herzlich bedanken, daß sie mir alles so toll erklärt und gezeigt haben. Nur so konnte ich heute Euch Kindern und bestimmt auch einigen Vätern und Müttern erklären, wie die einzelnen Arbeitsschritte bei der Firma Voigt & Harbaum, Lange Druck und Stiewe & Lieber ablaufen. Es hat mir viel Spaß gemacht! Insgesamt war ich fast eine Woche für diese Reportage in Bielefeld, herzlichen Dank....

Thomas Malenke, Du kannst wirklich sehr stolz auf "Deine" sehrgut gelungene Mukozeitung "Klopfzeichen" sein. Achja, fast hätte ich es vergessen, Thomas möchte sich an dieser Stelle noch bei allen Helfern bedanken, die zum Gelingen der Zeitung beitragen. Ohne diese Freunde, wäre eine solche Arbeit gar nicht möglich!





Mail an den Mukolandgehilfen "Hein der Lausbub"


Also bis dann und schüssssssssssssssssssss
Euer "Hein der Lausbub"